Vielleicht haben Sie diesen Rat schon von Eltern oder Großeltern gehört:
Ei ans Ohr halten, leicht schütteln und darauf achten, ob im Inneren etwas zu hören ist.
Die Idee dahinter klingt zunächst logisch. Mit zunehmendem Alter verändern sich Luftkammer und Konsistenz im Ei.
Als zuverlässiger Sicherheitstest eignet sich diese Methode jedoch nicht besonders gut.
Dass man nichts hört, beweist nicht, dass ein Ei sicher ist. Und ein Geräusch bedeutet umgekehrt nicht automatisch, dass das Ei verdorben sein muss.
Wassertest, Lagerung und vor allem die Kontrolle nach dem Aufschlagen liefern wesentlich nützlichere Informationen.
Ein Fehler, den viele beim Wassertest machen
Auf Bildern sieht man häufig drei Gläser:
Im ersten liegt das Ei unten.
Im zweiten steht es aufrecht.
Im dritten schwimmt es oben.
Darunter stehen dann die Begriffe:
„Frisch – noch gut – verdorben.“
Das sieht schön eindeutig aus und bleibt im Gedächtnis – wissenschaftlich ist die letzte Schlussfolgerung aber zu pauschal.
Richtiger wäre:
Sehr frisch – älter – deutlich älter.
Ob ein älteres Ei tatsächlich verdorben ist, muss anschließend geprüft werden.
Genau deshalb sollten Sie ein schwimmendes Ei nicht einfach aufgrund des Wassertests als „faul“ bezeichnen.
Warum riechen verdorbene Eier so stark?
Der typische unangenehme Geruch entsteht durch schwefelhaltige Verbindungen.
Und wer schon einmal ein wirklich verdorbenes Ei aufgeschlagen hat, weiß: Dieser Geruch ist normalerweise kaum zu übersehen.
Deshalb hat sich der Geruchstest über Generationen bewährt.
Allerdings gilt auch hier: Lebensmittel können problematische Keime enthalten, ohne dass man diese sehen oder riechen kann. Der Geruchstest ersetzt daher keine hygienische Lagerung und Zubereitung.
Das ist besonders wichtig bei Speisen mit rohem Ei.
So würde ich Eier zu Hause praktisch überprüfen
Wenn das Datum und Alter unklar sind, würde ich zuerst die Schale ansehen. Ist sie beschädigt oder auffällig, wäre ich vorsichtig.
Danach kann der Wassertest einen Hinweis darauf geben, wie frisch das Ei wahrscheinlich noch ist.
Bei einem älteren Ei folgt der entscheidende Schritt:
Immer separat aufschlagen.
Erst wenn Aussehen und Geruch unauffällig sind, kommt es zu den übrigen Zutaten.
Das dauert vielleicht 20 Sekunden länger, kann aber verhindern, dass ein einziges schlechtes Ei ein komplettes Gericht ruiniert.
Was bedeutet die Position im Wasser also wirklich?
Merken Sie sich am besten diese einfache Regel:
Unten = eher frisch.
Aufrecht = älter.
Oben schwimmend = deutlich älter und genauer prüfen.
Nicht:
„Oben = automatisch faul.“
Dieser Unterschied ist klein, aber wichtig.
Noch ein Tipp für weniger Lebensmittelverschwendung
Wenn Sie mehrere Eier im Kühlschrank haben und nicht wissen, welche zuerst gekauft wurden, verwenden Sie ältere Eier zuerst und neue danach.
So sammeln sich nicht ständig einzelne Eier hinten im Kühlschrank, bei denen Wochen später niemand mehr weiß, woher sie eigentlich stammen.
Und wenn Sie sich bei einem Ei trotz aller Prüfungen unsicher fühlen, ist Wegwerfen natürlich vernünftiger als ein unnötiges Risiko.












