Vermisst und dann diese Zeilen von meinem Sohn – was für ein Alptraum!
Ganz ehrlich, so was will man als Mutter nie erleben. Mein Sohn Noah, 16 Jahre alt, kam an einem Montag nicht von der Schule nach Hause. Normalerweise ruft er immer an, wenn er sich verspäten sollte. Aber diesmal… nichts. Ich habe sofort alle angerufen – Freunde, Schule, seine Kumpels. Mein Mann Daniel wollte erstmal alles runterspielen, er meinte, das wäre bestimmt nichts Dramatisches. Aber ich hatte so ein komisches Gefühl.
Stunden vergingen, keine Nachricht von Noah. Schließlich mussten wir die Polizei einschalten. Die suchen dann routinemäßig, sammelten Infos, aber das fühlte sich alles so zäh an. Hatte ich je gedacht, dass ich mal wochenlang nur nach Hinweisen suche? Nicht wirklich. Nachbarn haben mitgesucht, die Schule hat alles durchforstet – klar war nur, Noah hatte das Schulgelände verlassen. Danach nichts mehr.
Dann, wie aus dem Nichts, rief Noahs Lehrerin an. Sie hatte eine schriftliche Arbeit von ihm gefunden, obwohl er an dem Tag nicht da war. Ganz seltsam war der Titel – der sprach mich direkt an. Die Lehrerin bat mich, erst mal alles in Ruhe zu schauen, bevor ich irgendwas mache. Keine Ahnung warum, aber ich habe auf sie gehört.
Ich bin in die Schule gefahren, habe den Zettel bekommen und konnte sofort Noahs Schrift erkennen. Er schrieb von Dingen, die schockierten – finanzielle Probleme in der Familie, die mir nie jemand erzählt hatte. Er hat das alles zusammengetragen, damit ich es verstehe, bevor ich mit anderen darüber rede. Ganz vorsichtig, ohne Streit anzufangen.





